Hoch oben auf den Zinnen wartet die schцne Maid.
Von fern hцrt man den Vater, es klappert das Stahlkleid.
Vom Kriege kommt er her am, Kamin sich auszuruhen.
Der Winter zieht ins Land, die Zeit des Friedens wird guttun.
"Willkommen lieber Vater, erging es euch gut?
Man hцrt schon die Spielleut' besingen euren Mut.
Hab' stets brav gebetet und an euch gedacht.
Habt ihr eurer Tochter was mitgebracht?!"
"Die goldene Kette nimm Dir,
ich gab einem Feind den Tod dafьr!"
Als die Tochter das Schmuckstьck gewahrt,
beginnt sie zu schluchzen, den Vater tifft's hart.
Anstatt sich zu freue, schreit sie ihn an.
Sie entreiЯt ihm das Kleinod und lдuft von dannen.
Die goldene Kette von Mдdchen erkannt –
erst unlдngst in Frьhling gab sie's aus der Hand.
Als Zeichen der Liebe tief am Waldesgrund
gab sie's ihrem Liebsten in gar zдrtlicher Stund.
"Die goldene Kette nimm Dir,
als Zeichen der Liebe ganz tief in mir!"
Sie rennt in die Fremde, findet schlieЯlich sein Grab.
Drauf stand: "HIER RUHT EIN JЬNGLING, DER IM KAMPFE STARB."
Sie kniet sich nieder und erwartet den Tod.
Als er sie ereilt gibt sie ihm das Kleinod.
"Die goldene Kette nimm Dir,
bring mich zu meinem Liebsten dafьr...!"


