Die Goldene Kette

Hoch oben auf den Zinnen wartet die schцne Maid,
von fern hцrt man den Vater, es klappert das Stahlkleid.
Vom Kriege kommt er her, am Kamin sich auszuruhen,
der Winter zieht ins Land, die Zeit des Friedens wird gut tun.

„Willkommen, lieber Vater, erging es euch gut,
man hцrt schon die Spielleut besingen euern Mut,
ich hab stets brav gebetet und an euch gedacht,
habt ihr eurer Tochter denn was mitgebracht?"

„Die goldene Kette nimm dir,
ich gab meinem Feind den Tod dafьr..."

Als die Tochter das Schmuckstьck gewahrt,
beginnt sie zu schluchzen, den Vater trifft?s hart,
anstatt sich zu freuen, schreit sie ihn an,
sie entreiЯt ihm das Kleinod und lдuft von dannen.

Die goldene Kette vom Mдdchen erkannt,
erst unlдngst im Frьhling gab sie?s aus der Hand...
Als Zeichen der Liebe tief am Waldesgrund,
gab sie?s ihrem Liebsten, in gar zдrtlicher Stund...

„Die goldene Kette nimm dir,
als Zeichen der Liebe ganz tief in mir!"

Sie lдuft in die Fremde, findet schlieЯlich sein Grab,
da stand „Hier ruht ein Jьngling, der im Kampfe starb",
sie kniet sich nieder und erwartet den Tod,
als er sie ereilt, gibt sie ihm das Kleinod...

„Die goldene Kette nimm dir,
bring mich zu meinem Liebsten dafьr..."